Sustainability Spotlight Juli

Auch unser nachhaltiges Juli-Spotlight hat wieder Entwicklungen thematisiert, die aktuelle Trends und Neuigkeiten im Bereich Nachhaltigkeit beleuchten. Schwerpunkt waren diesmal die aktuellen Gesetzesentwicklungen, die Auswirkungen der Hitzewelle auf die Infrastruktur und Neuigkeiten vom Umweltbundesamt (UBA).

  • Stand Omnibus-Verfahren: Weiterhin wartet die Branche auf Neuigkeiten zu den Entwürfen von ESRS und VS. Zur deutschen Umsetzung der CSRD gibt es zudem weiterhin keinen festen Zeitplan. Nach Auskunft des Sekretariats des Bundestags-Rechtsausschusses, entscheiden die Fraktionen des Ausschusses über die weitere Aufsetzung und den Abschluss der Vorlage. Nach der öffentlichen Anhörung folgen in der Regel Berichterstattergespräche, in denen die Ergebnisse ausgewertet und mögliche Änderungsanträge vorbereitet werden. Erst wenn innerhalb der Koalitionsfraktionen Einigkeit über die Vorlage besteht, kann die erneute Befassung im Ausschuss erfolgen; anschließend schließen sich in der Regel zeitnah die zweite und dritte Lesung im Bundestag an. Für die letzte Sitzungswoche vor der parlamentarischen Sommerpause lag zuletzt noch kein Aufsetzungswunsch vor. Sollte der Abschluss dort nicht mehr erfolgen, ist frühestens im September mit einer Fortsetzung zu rechnen; die erste reguläre Sitzung des Rechtsausschusses nach der Sommerpause ist für den 23. September vorgesehen.
  • Gesetzesnovellen EnEfG & EDL-G: Die am 24. Juni vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwürfe sehen höhere Energieverbrauchsschwellen vor; dadurch greifen einzelne Pflichten künftig erst später und werden für viele Unternehmen entschärft. Zentral sind künftig insbesondere 2,77 bzw. 23,6 Gigawattstunden pro Jahr Gesamtendenergieverbrauch. Die Pflicht zur Einführung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems soll erst ab mehr als 23,6 Gigawattstunden pro Jahr greifen; zugleich wird die ISO 14001 im EnEfG neben EMAS und ISO 50001 deutlich aufgewertet. Im EDL-G bleibt eine ISO 14001 allein dagegen nicht ausreichend, um von der Energieauditpflicht befreit zu werden; hier bleiben vor allem ISO 50001, EMAS oder ein Energieaudit relevant. In der Infoveranstaltung am 13. August werden die Novellen detailliert betrachtet.
  • Auswirkungen der Hitzewelle: Laut einer Studie der World Weather Attribution war die Hitzewelle im Juni 2026 die extremste bislang in Westeuropa aufgezeichnete Hitzewelle und wäre ohne den menschengemachten Klimawandel praktisch unmöglich gewesen. Die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse ist seit 2003 deutlich gestiegen, weil Europa sich wesentlich schneller erwärmt als der globale Durchschnitt. Die Folgen zeigen sich bereits konkret in der Infrastruktur: Schäden an Schienen, gelöstes Bitumen, Stromausfälle und brennende Trafos; diese betreffen damit auch unmittelbar Stadtwerke, die Versorgungssicherheit und kommunale Daseinsvorsorge. Zugleich verschärft Hitze Gesundheitsrisiken massiv, bringt Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Einsatzkräfte an Belastungsgrenzen und macht deutlich, dass Klimaschutz und klimaresiliente Anpassung von Städten, Gebäuden und Infrastrukturen dringend zusammen gedacht werden müssen.
  • Neuer UBA-Leitfaden und Datenerhebung zum kommunalen Klimaschutz: Das Umweltbundesamt (UBA) hat seinen Leitfaden zum Klimamanagement in Unternehmen neu aufgelegt und zeigt darin praxisnah, wie Unternehmen Treibhausgasemissionen, Klimarisiken, Ziele, Maßnahmen, Kommunikation und kontinuierliche Verbesserung systematisch steuern können. Besonders relevant ist, dass das Klimamanagement als „EMAS-Klimamodul“ verstanden wird und sich damit gut in bestehende Umweltmanagementstrukturen wie EMAS oder ISO 14001 einfügen lässt, aber auch unabhängig davon anwendbar ist.
    Parallel startet das UBA eine dauerhaft angelegte Erhebung kommunaler Energie- und Treibhausgasdaten, um bestehende kommunale Klimabilanzen zentral zu bündeln und den Wissensstand zum kommunalen Klimaschutz zu verbessern. Für Stadtwerke ergibt sich daraus eine aktive Rolle: Sie können ihre kommunalen Kontakte nutzen, Klimaschutzbeauftragte einbinden und dazu beitragen, Daten, Praxiswissen und Klimaschutzaktivitäten vor Ort besser sichtbar zu machen.
  • Weitere Themen:
    TotalEnergies-Urteil
    Hambacher Wald: Künftig geschützt

Das nächste Sustainability Spotlight findet am 5. August statt.

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