Energetische Kennzahlen im Wandel der Fernwärme
Berechnung von EE-Anteilen, Emissionsfaktoren und PEF in erneuerbaren Wärmenetzen
20. August 2026, 07:00 bis 14:30 Uhr
Beschreibung
Produktinformationen
Die Wärmeversorgung befindet sich im fundamentalen Umbau. Während bestehende Wärmenetze heute noch vielfach auf Erdgas-(KWK-)Anlagen basieren, schreitet die Transformation hin zu erneuerbaren und zunehmend elektrifizierten Erzeugerparks mit hoher Dynamik voran. Moderne Wärmenetze zeichnen sich durch einen diversifizierten Technologiemix aus: Biomasseheizkraftwerke, Großwärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme, industrielle Abwärmequellen oder Power-to-Heat-Anlagen und Wärmespeicher werden kombiniert und in einer kostenoptimierten, dynamischen Fahrweise betrieben. Mit dieser technologischen Komplexität wachsen auch die Anforderungen an eine fachlich korrekte und rechtssichere Bilanzierung zentraler Kennzahlen wie: Erneuerbare-Energien-Anteil (EE-Anteil), Emissionsfaktoren und CO₂-Äquivalente und Primärenergiefaktor (PEF). Die methodisch saubere Ermittlung dieser Größen ist entscheidend für eine rechtssichere Wärmelieferung und eine strategische Positionierung im Wettbewerb.
Gemeinsam mit dem erfahrenen Fachgutachter Herrn Brosziewski widmen wir uns einen ganzen Tag intensiv den regulatorischen Rahmenbedingungen und den konkreten Berechnungsansätzen für erneuerbare Wärmenetze. Was erwartet Sie? Wir werden uns zunächst anschauen, welche Fernwärme-Kennzahlen in welchem Kontext überhaupt benötigt werden & wo wir die Berechnungsgrundlagen finden, um dann in einem zweiten Intensivteil konkret in die Berechnungsansätze zu gehen. Es werden die relevanten Berechnungsgrundlagen systematisch erläutert und anhand konkreter Rechenbeispiele für erneuerbare Wärmenetze bspw. mit Großwärmepumpe, Biomasseheizkraftwerk und Abwärmenutzung durchgerechnet.
Zusätzlich werden wir einige weitere Spezialthemen behandeln. Darunter das Vorgehen bei der Zertifizierung und Bilanzierung bei Fremdwärmebezug, die Anwendung der Emissionsfaktoren nach der Carnot-Methode und Möglichkeiten der Zertifizierung und Vermarktung unterschiedlicher Fernwärmequalitäten innerhalb eines Netzes.
09:00 Einleitung
- Einleitung ASEW
- Kurze Vorstellungsrunde & Erwartungsabfrage der Teilnehmer:innen
09:30 Einordnung & Überblick
- Welche Gesetze, Vorgaben und Rechenvorschriften gelten?
- Welche Kennzahlen sind in welchem Kontext relevant? Welche Anwendergruppen benötigen welche Kennzahlen?
- Definition und Berechnungslogik nach GEG- und GModG-E-Systematik, Einordnung CO₂-Kosten-Aufteilung nach finnischer Methode (CO2KostAufG) & Carnot-Methode und Unternehmensbilanzierung nach GHG-Protokoll
- Umgang mit den Anforderungen zu den Kennzahlen nach den LCA-Bilanzierungsregeln des QNG
- Gültigkeit der Zertifikate & Erstellungslogik (nach Normenreihe AGFW FW 309-1 bis FW 309-10)
10:30 Pause
10:45 Methodische Vorbereitung: Berechnungssystematik der Kenngrößen
12:00 Mittagspause
13:00 Durchführung Rechenbeispiele: EE-Wärmenetz mit Großwärmepumpe & Abwärme
- Praxisfall 1: Luft-Großwärmepumpe, externer Abwärmequelle und Gas-Spitzenlastkessel
- Praxisfall 2: Abwasser-Wärmepumpe + Biomasse-Kessel + Bio-KWK
- Schrittweise Berechnung von: EE-Anteil, PEF & CO₂-Äquivalente
14:45 Pause
15:00 Betrachtung weiterer relevanter Themen
- Umgang mit einem sich kontinuierlich verändernden Erzeugerpark & einer dynamisch optimierten Fahrweise im Einsatz der Erzeuger in der Zertifizierung
- Zertifizierung im Kontext der Vorlieferantenwärme
- Vermarktung „grüner“ Wärme & unterschiedliche Qualitätsstufen / produktbezogene Kennzahlen
- Kann ich grüne Wärme „durchleiten“?
16:00 Offene Praxisfragen & strategischer Ausblick
16:30 Ende des Web-Seminars
Inhaltlich
Organisatorisch