Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü

Schulung Zukunft der Gasnetze

Beschreibung

Beschreibung

Die deutschen Gasverteilnetze stehen vor einem grundlegenden Wandel. Sinkende Kundenzahlen, das Klimaschutzziel 2045 und unklare Zukunftspfade für Biomethan, Wasserstoff und Mischgasnetze zwingen Netzbetreiber zu strategischen Entscheidungen unter Unsicherheit – bei gleichzeitig wachsenden Anforderungen aus Regulierung, Wärmeplanung und Netzplanung. 

Kennzahlen und strategische Grundsätze aus dem Asset Management müssen auf den Prüfstein gestellt werden und neue Grundsätze werden auch für Strategie- und Entscheidungsebenen fernab dieses Fachbereiches relevant Das Seminar vermittelt kompakte Orientierung: Der Vormittag legt den regulatorischen Rahmen, der Nachmittag übersetzt ihn in operative Asset-Management-Strategien – mit Workshop an realistischen Fallbeispielen. 

Dabei bringen die beiden Referenten Alexander Klügl, Campus-EW und Rheinische NETZGesellschaft, und Dr.Ing. Manfred Fitzner, Campus-EW und selbstständiger Berater, ihre Erfahrungen aus dem Netzbetrieb aktiv ein. 

Wer sollte sich hier angesprochen fühlen? 
- Geschäftsführer und Bereichsleiter von Gasnetzbetreibern 
- Verantwortliche für Unternehmensstrategie und Unternehmensentwicklung 
- Asset- und Regulierungsmanager 
- Technische Führungskräfte 
- Planer für Netz und Netzbetrieb 
- Strategie- und Transformationsprojekt-Management

Besuchen Sie auch unser Energiethema Zukunft der Gasnetze



UhrzeitThema


 09:00Begrüßung und Einführung / 5 Minuten ASEW-Vorstellung
09:05-10:30

Ausgangslage und Transformationspfade
Ausgangslage der Gasnetze 
Von der historischen Entwicklung zu den aktuellen Herausforderungen 
- Historische Entwicklung der Erdgasversorgung in Deutschland 
- Rolle von Erdgas im Gebäudesektor heute 
- Struktur und Funktionsweise von Gasverteilnetzen 
- Klimaschutzgesetz und Zieljahr 2045: Was bedeutet das für Gasnetze? 
- Auswirkungen sinkender Kundenzahlen auf Netzkosten und Wirtschaftlichkeit 
Überblick Transformationspfade 
Welche Optionen sind technisch denkbar – und unter welchen Bedingungen? 
- Weiterbetrieb mit Biomethan / Biogas 

-Wasserstoffbeimischung im Erdgasnetz 
- Reine Wasserstoffnetze 
- Teilstilllegung oder vollständige Stilllegung

10:30-12:00  

Stilllegung, Regulierung und zukünftige Rahmenbedingungen 
Stilllegung von Netzteilen und Netzen 
Technische, rechtliche und operative Grundlagen 
- Technische Grundlagen einer Netzstilllegung 
-Schrittweise versus vollständige Stilllegung 

- Fristen, Voraussetzungen und Genehmigungswege 
- Umgang mit verbleibenden Kunden 
- Rückbau von Infrastruktur 
- Sicherheits- und Organisationsfragen 
Gesetzliche und regulatorische Entwicklungen 
Aktuelle und geplante Regelwerke im Überblick 
- Wärmeplanungsgesetz: Kommunale Wärmeplanung als Eingangsgrößen 
- EnWG und GModG: Informationspflichten, Anschlussverweigerungsrechte, VNEP Gas/Wasserstoff 
- NEST-Prozess: GasNEF, RAMEN Gas und SyGNE 
- Auswirkungen auf Investitionen und Netzentwicklungsplanung

12-13 UhrPause
13:00-14:30 Uhr

Vom Netz zum Transformationssegment 
Einstieg und Segmentierungslogik 

Warum das Gesamtnetz als Steuerungseinheit versagt 
- Einstiegsfrage (ohne Folien): 65 Jahre alte Leitung, Grauguss-Hausanschlüsse, Fernwärme in 7 Jahren — was tun? 
- Das Transformationssegment als neue zentrale Entscheidungseinheit 
- Die drei Betrachtungsebenen je Segment: technische Asset-Sicht · Transformationssicht (Wärme-planung, H₂, Kunden) · wirtschaftlich-regulatorische Sicht 
- Brücke zum Vormittag: Wärmeplanung und VNEP als Eingangsgrößen der 
Segmentbewertung 
- Persönliche Haftung und Garantenpflicht: Wer als technische Führungskraft oder Geschäftsführer über ein Segment entscheidet (oder eine Entscheidung unterlässt), übernimmt Verantwortung. Die Garantenstellung verpflichtet zum aktiven Handeln bei erkannten Risiken. Dokumentierte Segmentstrategien und Freigaben sind kein Bürokratieaufwand, sondern Haftungsschutz. 


Wechsel der Instandhaltungsstrategie
Von reaktiv bis transformationsorientiert 
Fünf Entwicklungsstufen der Instandhaltung 
- Stufe 0 – Störungsbasiert/reaktiv: 
Handeln erst bei Schaden — im Gasnetz keine akzeptable Option 
- Stufe 1 – Zeit-/altersbasiert: 
Altersgrenzen lösen Prüfung aus — Risiko: Fehlinvestitionen bei Segmenten mit Stilllegungsperspektive 
- Stufe 2 – Zustandsbasiert: 
Leckageortung, Streckenkontrollen, Störungsstatistik, GIS-gestützte Priorisierung, Risikoklassen nach DVGW-Regelwerk 
- Stufe 3 – Risikobasiert (RBI): 
Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadensausmaß — Leckageratenmodelle, Monitoring, Restbetriebskonzept, dokumentierte Freigabe 
- Stufe 4 – Transformationsorientiert: 
Wie lange hat dieses Segment noch eine Zukunft? Verknüpfung von Sicherheitsrisiko, Transformationspfad und Optionsraum je Segment

 

Die neue Entscheidungslogik: 
Nicht mehr: Zustand schlecht > erneuern 
Sondern: Sicherheitsrisiko + Segmentzukunft + Optionsraum gemeinsam betrachten

 

Der Optionsraum je Segment
Zwischen Vollerneuerung und Rückbau 
Was sonst noch geht — der vollständige Entscheidungsraum 
- Das Schwarz-Weiß-Denken überwinden: Erneuerung oder Rückbau sind nicht die einzigen Antworten 
- Vollständiger Optionsraum: Weiterbetrieb · sicherer Restbetrieb · punktuelle Instandsetzung · Druckanpassung · Monitoring · Umtrennung · H₂-/Grüngas-Vorbereitung · aktive Kundentransforma-tion · Stilllegung · Rückbau 
- Stilllegung ≠ Rückbau — regulatorisch und wirtschaftlich ein entscheidender Unterschied (BRÜ-CKEN-Kontext BNetzA) 
- Die sechs strategischen IH-Kategorien A-F: von normalem Weiterbetrieb bis Stilllegungs-/Rückbausegment 

14:30-15:00 Uhr

Interaktive Fallbeispiele:

  • Innenstadtquartier
  • Randlage
  • Gewerbegebiet
  • Altsegment
15:00-15:30 UhrAuswertung & Abschluss:  Ergebnisse, Reflexion und Rollenbild 
Herr Alexander Klügl Campus-EW GmbH
Herr Dr.-Ing. Manfred Fitzner Campus-EW GmbH

Inhaltlich

Alexandra Wegge (M.Sc.)
Alexandra Wegge (M.Sc.) Projektmanagerin Wärmewende

Organisatorisch

Eva-Maria Kempe (M.A.,M.Sc.)
Eva-Maria Kempe (M.A.,M.Sc.) Veranstaltungsmanagerin

Weitere Informationen

Kostenpflichtig

Teilnahmeberechtigt sind nur Stadtwerke

Stornierungsbedingungen